Die Website der afrikanische katholische Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Afrikanische katholische Gemeinde Münster

Muenster catholic-africansZwei Phasen zeichnen unsere Gemeinde aus. Die erste Phase umfasst die Jahre von 1998 bis 2004. In dieser Zeit diente die Gemeinde über die Feier des Gottesdienstes hinaus als monatlicher Treffpunkt und zum Austausch für afrikanische Studenten und Afrikainteressierte. Sie galt also mehr oder weniger als eine afrikanische Studentengemeinde. Neben dem Austausch war natürlich auch die freudige Art des Gottesdienstes, welcher von Trommeln und afrikanischen Liedern begleitet wurde, sehr wichtig. Die Afrikaner fühlten sich heimisch. Der Gottesdienst und die gesamte afrikanische Gemeinde versetzten die Besucher und Besucherinnen in ein typisch afrikanisches Dorf und ließ Lebensfreude spürbar werden. Es war ein Stück Afrika in Deutschland.

Das regelmäßige Treffen nach den Gottesdiensten war auch sehr begehrt, da hier viele Informationen ausgetauscht wurden. Für viele studentische Neuankömmlinge aus Afrika ist die Afrikanische Gemeinde in Münster wie ein Rettungsboot auf hoher See, hier wird man aufgefangen von der Gemeinde. Das wir es überhaupt so weit geschafft haben, ist in ganz besonderem Maße dem Weihbischof em. Friedrich Ostermann zu verdanken, der in seiner Aufgabe als bischöflicher Beauftragter für das Referat der Weltkirche im Bistum Münster die studierenden Priester als auch Studenten aus Afrika im Bistum zusammengeführt hat. Das katholische Studentenheim Marianum, wo damals der erste Gemeindeleiter Dr. John Kyule wohnte, bot sich als einen durchaus geeigneten Ort für die Gottesdienste an. Die Gemeinde konnte also auf die Gastfreundschaft des katholischen Studentenheimes Marianum zählen. Auch bei ihrer Geburtsstunde durfte sich die junge Gemeinde auf die väterliche Unterstützung von Pater Hagen von den Weißen Vätern verlassen. Nach Dr. Kyule übernahm der damalige Philosophiestudent und nun Priester des Bistums Limburg, Kaplan Julien Kita, die Leitung der Gemeinde. Pfr. Sylvester Ihuoma war Ansprechpartner für die aus Afrika stammenden Priester, die abwechselnd die Gottesdienste für die Gemeinde feierten.

Sylvester-IhoumaDie zweite Phase beginnt mit der Angliederung der Gemeinde an das Referat für die muttersprachlichen Gemeinden im Bistum Münster. Hiermit wurde die offizielle bischöfliche Beauftragung des ersten Gemeindepfarrers Pfr. Dr.-theol. Sylvester Ihuoma veranlasst. Pfr. Dr.-theol. Sylvester Ihuoma stammt aus Nigeria, studierte in Rom Theologie und promovierte im Fach Fundamentaltheologie an der theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms Universität Münster. Laut Urkunde ist er Beauftragter bzw. Seelsorger für die Katholiken aus Afrika im Nordrhein Westfälischen Teil des Bistums Münster. Für die Anerkennung der afrikanischen Gemeinde bedanken wir uns herzlichst bei dem Weihbischof F. Ostermann, der stets mit den afrikanischen Schwestern und Brüdern verbunden war. Die Verabschiedung fand daher im Gottesdienst mit den Afrikanern in der St. Pius Kirche am 24. Juli 2011 statt. Der inzwischen verstorbenen Weihbischof Dr. Josef Voss war zuständig für die muttersprachlichen Gemeinden. Ein großes Anliegen des mittlerweile emeritierten Bischofs von Münster Dr. Reinhard Lettmann war es, dass es einen Ansprechpartner für die Katholiken anderer Muttersprachen gibt. Großer Dank gilt auch Frau Lux, die jahrelang Referentin für muttersprachliche Gemeinden war und natürlich Hubertus Krampe, der als Pfarrer der Hl. Edith Stein Gemeinde den afrikanischen Mitgliedern der Gemeinde die St. Pius Kirche zur Verfügung stellt. Der erste Gottesdienst in der St. Pius Kirche fand am 05 Dezember 2004 statt.

Der neu konstituerte Gemeinderat wurde geleitet von erstem Vorsitzenden Dr. Cajetan Banseka aus Kamerun und dem 2. Vorsitzenden Herrn Nicholas Onuchukwu aus Nigeria. Der Chorleiter war der damals Chemiestudent aus Congo Kinshasha, Raphael Illibi.

Das Hauptanliegen der nun offiziellen Gemeinde im Sinne des Missio cum Cura animarum besteht bis heute noch darin, die viele afrikanischen Katholiken, die bisher keine Beheimatung in der Ortsgemeinde aufgrund vieler zum grosten Teil nicht selbstverschuldeten Faktoren gefunden haben, eine Beheimatung in der Orstkirche zu ermöglichen. Die Faktoren, wovon die Rede ist, umfassen u.a. die Sprachbarriere, die besondere Situation mancher, auch augrund der großen Anziehung von der von Afrikanern gegründeten Pentekostalen, Neopentekostalen, darunter auch der sogennnaten Freikirchen, die ihre Attraktivität dadurch erlangen, dass sie afrikanische Lebendigkeit beim Gottesdienst aufweisen und die besondere situation der Afrikaner vor Ort berüchsichtigen und diesen eben ihre Hilfe auch in ihren oft prekären sozialen und familären situationen anbieten. Summa summarum, viele Katholiken aus Afrika fanden bis vor Gründung unserer Gemeinde ihre geistige Heimat in der sogennanten Freikirchen, und diese Gemeinschaften konnten die Funktion eines Heimatsvereins bei den Afrikanern erfüllen. Mit der Gründung der afrikanischen katholischen Gemeinde, versucht das Bistum das vor langem spürbaren mangelnden Sensibilität für die prekäre Situation der Afrikaner in Deutschland nachzuholen.

Da aber die Gemeinde kein Ghettoiesierung der Afrikaner beabsichtigt, und da es im Interesse des Bistums war, die Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprachen in fruchtbarer Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde einzugliedern, bekam der Leitender Pfarrer der Afrikaner eine halbe Stelle als vicarius cooperator in der ansässigen Ortsgemeinde. Die afrikansiche Gemeinde feiert mehrere Male im Jahr den Gottesdienst mit der Ortsgemeinde.

Ein anderes, nicht zu unterschätzendes Ziel der Gemeinde ist es, den Afrikanern zu helfen, Fuss zu fassen in der Gesellschaft und somit ihren erwünschten Beitrag zu leisten bei der sogenannten Integration. Bevor dies sinnvollerweise geschehen kann, muss zuvor die Stärkung in der eigenen kulturellen Identität errrungen werden. Dementsprechend ergibt sich eine Vielzahl an kulturellen Aktivitäten in der Gemeinde. Die Tanzgruppe sorgt für die Aufrechterhaltung des kulturellen und für die Repräsentation der afrikanischen Kultur in der hiessige Gesellschaft. Die Kinder erfahren durch unserre Angebote einen besonderen Akzent auf die Herkunft ihrer Eltern. Jeden Sonntag sorgt die Gemeinde für einen parallelen Kindergottesdienst.

An die Gemeindegottesdienste nehmen nicht nur Afrikaner teil, auch viele Deutschen kommen dazu und fühlen sich wohl, erfahren über die Lebendigkeit des Gottesdienstes mehr über die Lebensfreude und positive Einstellung der Afrikaner. Die Gemeinde ist dadurch weiterhin als Ort des Austausches geblieben und darüber hinaus erfüllt sie eine gewisse Mission innerhalb der deutschen Ortskirche.

Dass viele Kinder, und oft sind es zugleich mehrere Kinder derselben Familie, die hier jahrelang gelebt haben, in den ersten zwei Jahren der Gemeinde getauft werden konnten, ist Beweis davon, dass die normale Ortsgemeinde Pastoral diese Afrikaner nicht erreichen konnte. Es ist also keine Übertreibung zu unterstreichen, dass die Errichtung der Gemeinde zu einer fortdauernden gegenseitiger Bereicherung führt. Ferner ist festzuhalten, dass die Ermöglichung unserer Gemeinde nicht nur verhindert hat, dass die Katholiken Beute der Freikirchen werden, auch vielmehr auch uns in der Überzeugung bestätigt hat, dass die Afrikaner und ihre Spiritualiät wahrgenommen wird, und eine Wertschätzung ihnen gegenüber vorhanden ist. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Afrikaner sich mehr und mehr einbringen in die Ortskirche und Gesellschaft. Dafür sind wir sehr Dankbar und fühlen uns ein Teil der Communio, der Familie Gottes, wo jeder mit seiner Begabungen sich wohl fühlen kann und keine Diskriminerung zu fürchten braucht.